Ohne Oberstudiendirektor Alfred Tredup wäre Karl Adam 1948 nicht als Lehrer an die Lauenburgische Gelehrtenschule gekommen.
Weil sich die Lauenburgische Gelehrtenschule ihre Lehrer selbst auswählen konnte, holte der sportbegeisterte Direktor Adolf Tredup Karl Adam 1948 nach Ratzeburg. Adam leitete fortan zusätzlich zu seinem Unterricht in Mathematik, Physik und Sport die Boxriege der Schule, vor allem aber die traditionelle Ruderriege.Tredum wiederum unterstütze Adam nach Kräften und besorgte ihm, finanziert durch die Elternschaft, in der Anfangsphase ein Klinker- und ein Speerholzskiff, um bessere Trainingsbedingungen zu schaffen.
Aus der der Biografie: Karl Adam – der Vater des Deutschland-Achters, S. 61/62
1845 im Domkloster eröffnet, zog die Gelehrtenschule vier Jahre später in einen Neubau, in dem heute das Rathaus untergebracht ist. Gleich hinter der Schule, direkt am Ratzeburger See, lag das Bootshaus der Ruderriege, das genauso heruntergekommen war wie der Schulhof, der auch als Bolzplatz benutz wurde, und die Turnhalle, in der Vertriebene aus dem Osten ihr Notquartier aufschlagen durften.
Am 20. Februar 1946, nach knapp einjähriger Schließung, war das Gymnasium, das bis 1951 noch Oberschule für Jungen hieß, als eine der letzten höheren Schulen des Landes wiedereröffnet worde. Sieben Lehrer mussten die 406 Schüler unterrichten. Aufgrund der Schulreform, nach die Schüler sechs statt vier Jahre in der Grundschule bleiben mussten, konnte zum Schuljahr 1948/49 keine neuen Schüler für die fünften Klassen (Sexten) aufgenommen werden. „Trotzdem war es notwendig, eine Anzahl neuer Lehrkräfte an die Schule zu berufen, um nach den beiden Notjahren die Schüler wieder in den Genuss eines vollen, planmäßigen Unterrichts kommen zu lassen“, vermerkte Adolf Tredup in seinem Jahresbericht.
Der Oberstudiendirektor, der Ende 1945 von der britischen Militärregierung entlassen wurde und nach seiner Entnazifizierung im Februar 1948 seine alte Stelle zurückerhielt, hatte mit seinen Kollegen eine schwere Entscheidung zu treffen: Nach der Ausschreibung in mehreren Zeitungen waren mehr als 150 Bewerbungen eingegangen – für fünf Studienratsstellen.