Es gibt viele Gründe, einen Verein zu gründen.
Der Ratzeburger Ruderclub wurde aus einem einzigen Grund gegründet:
Weil die Schüler der Lauenburgischen Gründen nicht an offiziellen Ruderregatten teilnehmen durften – sie waren ja keine Vereinsruderer – und aufgrund anderer Vorschriften und Regeln, wurde am 20. März 1953 der Ratzeburger Ruderclub gegründet.
Aus der der Biografie: Karl Adam – der Vater des Deutschland-Achters, S. 61/62
Endlich. Nach vielen Schülerrennen starteten Klaus von Fersen, Klaus Marggraf, Walter Schröder, Wilfried Wegener und Steuermann Manfred Paulsen zum ersten Mal bei einer offiziellen Schüler- und Jugendregatta des Deutschen Ruderverbandes. Es war 1951 in Kiel. Adam hatte seine Crew für das Schülerrennen gemeldet, alternativ im Jugendrennen. Da für die Schülerrennen nur eine Meldung vorlag, mussten die Ratzeburger auf das Jugendrennen ausweichen.
Vom Startschuss weg lief es wie im Training. Nach dem ersten Zwischenspurt lag man schon vorn. Kein Gegner konnte folgen. Mit drei Längen Vorsprung fuhren die Ratzeburger in ihrem ersten offiziellen Rennn gleich als Erste über die Ziellinie – und waren doch nicht Sieger. Nach einem Protest der Plöner Mannschaft wurden Adams Schüler disqualifiziert. Zu Recht! Der Schlagmann war schon 19 und hätte wohl im Schüler- oder Männerrennen, nicht aber im Jugendrennen starten dürfen.
Es kam noch viel schlimmer. Wieder begann es mit einem Sieg. Vier Wochen nach dem Debakel von Kiel startete derselbe Vierer in Rendsburg. Dieses Mal übersprang man die Jungmann- und Juniorenklasse und meldete gleich bei den Männern – und dort gleich in der höchsten Leistungsklasse. Großes Gelächter bei der Konkurrenz, die die Leichtgewichte vor dem Start kaum erst nahmen. Als es aber auf die Strecke ging, hatten die Männer die zarten Schüler nur noch im Rücken und fuhren bis zum Ziel hinterher. Adam war zufrieden und meldete seinen Vierer mit Steuermann gleich zum nächsten Rennen an. Würde man bei der Schüler- und Jugendregatta in Lübeck wieder ganz vorn liegen können? Die Frage wurde nicht beantwortet, denn das Aus kam schon vor dem Rennen. „Wir durften gar nicht starten“, erinnerts sich Walter Schröder, „weil wir schon im Männerrennen gefahren waren. Wir hatten uns im Paragraphengestrüpp verheddert“.
Die Mannschaft war für immer im Schülerrennen gesperrt.