Karl Adam

Ruderakademie Ratzeburg

Es war das Zusammenspiel zweier Männer, die sich letztendlich dafür einsetzen, in Ratzeburg eine Ruderakademie einzurichten: Karl Adam und Dr. Walter Wülfing, Präsident des Deutschen Ruderverbandes.

Geistiger Vater der Ratzeburger Ruderakademie war Adam, sein diplomatischer Vertreter Dr. Walter Wülfing. Er spann nach den Olympischen Spielen in Tokio 1964 die Fäden und machte die Kontakte zu Vertretern der Stadt Ratzeburg, dem Land Schleswig-Holstein und dem Bundesinnenministerium. Bereits am 1. April 1965 eröffneten Wülfing und Adam den ersten offiziellen Lehrgang in der Ratzeburger Ruderakademie in einer ehemaligen Kraftfahrzeughalle. Am 19. April 1968 wurde der Neubau offiziell unter Beteiligung von Persönlichkeiten des deutschen Sports, den Vertretern von Bund, Land und Stadt sowie Vertretern des Rudersports feierlich eingeweiht. Ratzeburg war damit geistiges Zentrum des Rudersports.

Aus der der Biografie: Karl Adam – der Vater des Deutschland-Achters, S. 189

Die Pläne für ein Trainings- und Leistungszentrum hatte Adam schon 1955, als mit Klaus von Fersen und Manfred Rulffs zwei Ruderer des 1953 gegründeten Ratzeburger RC bei den Deutschen Meisterschaften zwei von sieben Titeln holten…
Doch der Deutsche Ruderverband (DRV), an dessen Spitze der Hannoveraner Rechtsanwalt und Notar Dr. Walter Wülfing stand, ließ Adam mit seinem Projekt noch etwas zappeln. Viele sahen in seinen Vorstellungen sogar Größenwahn, denn renommierte Clubs und ihre Trainer nahmen Adam nicht ernst. „Er war ja kein richtiger Ruderlehrer, sondern kam vom Boxen“, so Jürgen Plagemann, „man hat ihm etwas Großes einfach nicht zugetraut.“